ups-und-weg

img 4888 (1)

Immer etwas Neues – Unsere Woche in Shanghai

Zunächst zu unserer Unterkunft für die erste Woche in China. Das Hanting Hotel in der South Pudong Road setzte die Messlatte für die nächsten Unterkünfte in China direkt sehr weit nach oben. Die Angestellten waren hilfsbereit und zuvorkommend und waren bemüht uns bei allen Angelegenheiten zu unterstützen. Kostenloses Wasser im Zimmer, die zur Verfügung gestellten Waschmaschinen und Trockner und eine tägliche Reinigung des Zimmers, ob gewollt oder nicht, waren immer inklusive. Ebenfalls gab es in der Lobby einen Roboter, dessen heimliche Aufgabe es war, den Fahrstuhl wann immer es ging zu blockieren. Als Hotelgast war es möglich sich Essen auf das Zimmer liefern zu lassen. Die Lieferanten brachten das Essen in die Hotellobby und legten es in die Öffnung des Roboters. Nach dem Eingeben der entsprechenden Zimmernummer wusste der Roboter Bescheid was er zu tun hatte. Er fuhr Richtung Aufzug, blockierte diesen immer, wenn wir ihn auch benutzen wollten und liefert das Essen an der entsprechenden Zimmertür ab. Im Anschluss blockierte er wieder den Aufzug.

Was machen wir als Nächstes? Eine Frage die man sich in Shanghai durchaus stellen kann. Es gibt viel zu sehen. Bei der Erkundung unserer unmittelbaren Nachbarschaft suchten wir zunächst einmal nach etwas zu essen. In einem kleinen Familienrestaurant um die Ecke wurden wir fündig. Das unscheinbare Lokal konnte gleich mit einer gewissen Herzlichkeit und Sympathie punkten. Zu dem fanden wir schnell etwas Vegetarisches und es war super günstig. Es gab immer Tee gratis und im Laufe der Woche wurde, ich vermute unseretwegen, der Cola-Vorrat wieder aufgefüllt. Insgesamt besuchten wir das Restaurant in dieser Woche sechs Mal.

Über die Metro-Linie 9 erreicht man an der Station Dapuqiao das am Rande der ehemaligen französischen Konzession gelegene Künstler- und Designerviertel Tianzifang. Im Künstlerviertel Tianzifang pressen sich die kleinen Souvenirlädchen aneinander und geben ein kleines Gewusel an winkenden Katzen, Tees und chinesischen Snacks ab. In diesen verwinkelten Gassen kommt jeder auf seine Kosten. Galerien, Boutiquen und Bars an jeder Ecke. Das es bei unserem Besuch regnete, trübte nicht unsere Stimmung. Das Entdecken machte Spaß und machte Lust auf mehr, sodass wir während unserer Zeit in Shanghai noch einmal zurückkehrten.

In der Nähe des Huangpu Flusses gelegen befindet sich die mehr oder weniger vorhandene Altstadt Shanghais. Das entsprechende Viertel ist vielmehr eine neuaufgebaute touristische Attraktion, als eine historische Stätte. So befinden sich hier viele Restaurants und Souvenirläden. Trotzdem ist das Viertel mit seiner klassischen chinesischen Bauweise der Gebäude nett anzusehen und für einen Besuch lohnenswert. Insbesondere wenn es bereits dunkel ist. Dann werden die Gassen durch die überall hängenden roten Laternen erleuchtet. Allerdings ist es hier auch zu jeder Tageszeit sehr voll, was unter anderem daran liegt, dass eine weitere Sehenswürdigkeit Shanghais unmittelbar hieran angrenzt.

Der YuYuan-Garten ist ein chinesischer Garten aus Zeiten der Ming-Dynastie (1368-1644). Der Garten ist größer, als er auf den ersten Blick wirkt, zumindest wenn man sich nicht die Parkanlage auf einer der Infotafeln anschaut, wie wir das gemacht haben. Nach über einer Stunde, bereit den Garten wieder zu verlassen, mussten wir feststellen, dass wir erst einen Bruchteil des eigentlichen Gartens gesehen haben. Durch einen vergleichsweisen winzigen und versteckten Durchgang gelangte man in weitere Teile des YuYuan-Gartens. Kleine Seen geziert mit chinesischen Teehäusern und unterschiedlichsten Bäumen und Sträuchern könnte man entspannt im Garten spazieren und die Seele baumeln lassen. Leider finden sich auch hier Unmengen an Menschen, die sich durch die schmalen Wege und Brücken schlängeln. Für den Besuch benötigt man also auch viel Zeit und gute Nerven. Schaut man über die Menschenmenge jedoch einmal hinweg, kann man einen ursprünglichen chinesischen Garten genießen.

Mein absolutes Highlight Shanghais war jedoch die Uferpromenade The Bund. Flaniert man über diese Promenade, auch Waitan genannt, bietet sich einem ein Ausblick auf die Skyline von Shanghais Finanzzentrum, Pudong, wie man ihn sonst nur von New York kennt. Die Skyline mit dem markanten Sky Pearl Tower ist einfach surreal und faszinierend. Sowohl bei Tag als auch bei Nacht, wenn alle Gebäude der Skyline in den verschiedensten Farben angestrahlt werden. Ein unvergessliches Schauspiel, dass logischerweise immer unzählige Menschen anlockt und in ihren Bann zieht. Nach einem Spaziergang entlang des Ufers des Huangpu Flusses ging es mit der Fähre für uns zurück ins Hotel.

Unser letzter Tag stand bereits an. Wie schnell kann eine Woche vorübergehen, wenn es jeden Tag etwas Neues zu entdecken gibt? Wir entschieden uns noch einmal in unserem Stammlokal zu essen und im Anschluss in einem Cafe an unserer Website weiterzuarbeiten.

Für den Abschluss unseres Besuches in dieser einzigartigen Metropole hatten wir uns vorgenommen auf die Aussichtsplattform des Shanghai Towers zu fahren und das, obwohl Anna an Höhenangst leidet. Hoch kommt man mit dem schnellsten Aufzug der Welt. In nur 55 Sekunden schießt der Aufzug einen vom Erdgeschoss bis in den 118. Stock. 20,5 m/s bei einer maximalen Geschwindigkeit von 74 km/h. Die Fahrt kommt mir tatsächlich kürzer vor. Aber sie hinterlässt auch Spuren. So bekommt man ähnlich wie im Flugzeug Druck auf die Ohren und Anna wird bei der Ankunft auf der Plattform schwindelig, sodass sie sich erstmal eine Cola besorgen und sich setzen muss.
Für mich war es ein unglaubliches Gefühl aus dem Aufzug auszusteigen und vor sich langsam die gesamte Stadt unter sich sehen zu können. Stadt, soweit das Auge reichte. Alle Gebäude Shanghais lagen unter uns und konnten bestaunt werden. Verrückt. So etwas habe ich in meinem bisherigen Leben noch nicht gesehen. Mein Puls schlug höher. Ich bin begeistert. Da man bei der Buchung des Tickets zwischen unterschiedlichen Zeitslots wählen musste, entschieden wir uns den zwischen 16:30 Uhr und 18:30 Uhr zu nehmen, um die Aussicht so sowohl im hellen, als auch im Dunkeln bewundern zu können. Ich kann nicht genau sagen, was mir besser gefallen hat. Beides hat ein ganz eigenes Feeling. Der Besuch hat sich definitiv gelohnt. Es war ein gelungener Abschluss unseres Städtetrips.

Ist Shanghai eine Reise wert? Auf alle Fälle! Man sollte genug Zeit einplanen, um diese chinesische Megacity in ihrer Vielseitigkeit erleben zu können und immer offen für Neues sein.